Ausflug in den Alltag | Kritik Bergkirchen
„Blaupause“ ist der Titel des Programms gewesen, mit dem Frizz Feick das Publikum in der Katharinenkirche in Bergkirchen am vergangenen Freitag in eine passende Kellerkneipen-Stimmung versetzt hat. Der Bückeburger Ausnahmemusiker präsentierte auf Einladung von George Kochbeck kongenial gespielten „Lounge Pop“.Der Liedermacher aus Schaumburg war nicht allein nach Bergkirchen gekommen. Corinna Ludzuweit und Markus Setzer unterstützten Feick an Percussion und Bass, Kochbeck selbst stand hinter den Keyboards, um sowohl Titel aus Feicks jüngster Veröffentlichung „Blaupause“ als auch ältere Stücke wie „Panama“, „Seitenspringer“ und „Rumtata“ zu spielen. Die Musiker überzeugten im gut gelaunten Zusammenspiel mit den lässig-jazzigen Pop-Perlen aus Feicks Feder, die mit ihren Bossa Nova -und Funk-Zitaten selbst die harten Kirchenbänke des Gotteshauses vergessen machten und das Auditorium in die entspanntbeschwingte Stimmung eines lauen Sommerabends versetzten.
Dabei sorgte nicht nur Feicks Charakterstimme für einen Hörgenuss der besonderen Art. Sind seine leicht dahinschebenden Melodien Grund genug für stetig anschwellenden Zwischenapplaus gewesen, waren es seine Texte allemal. Mit Wortwitz, hintergründigen Sprachspielereien und einem genauen Blick fürs Detail erzählte der Musiker Anekdoten aus dem ganz normalen Alltag. Dabei erwies er sich als großartiger Texter, der es schaffte, melancholisch von Liebe und Sehnsucht zu singen, ohne sentimental zu sein, und lakonisch von Nachmittagen vor dem Fernseher bei Kartoffelsalat und Würstchen zu berichten, ohne mit Belanglosigkeiten zu langweilen.
Alles andere als langweilig war es dann auch, Feick dabei zuzusehen, wie er sich durch seine Songs tänzelte, nicht stillsitzen konnte und im Duett mit Anke Simon in Musik verpackte Gefühle und Stimmungen nachvollziehbar werden ließ.Am Ende des Konzertes zogen sowohl Feick als auch seine Fans ein Fazit, das auf eine baldige Wiederholung seines Bergkirchener Gastspiels hoffen lässt. Während die einen ihre Freude am Feick´schen Pop durch stürmischen Beifall Ausdruck verliehen haben, freute sich der Hauptakteur des Abends über die Gelegenheit, endlich auch mal in einer Kirche tanzen zu können.
(Schaumburger Nachrichten | Mai 2009)